2008-11-17

香山 (Duftberg)

So, da bin ich mal wieder, um euch von der letzten Woche zu berichten.
Montag bis Mittwoch war außer Uni nicht viel los. Am Donnerstag fuhren wir dafür gleich nach unseren zwei Unterrichtseinheiten am Morgen zum 香山, dem Duftberg (toller Name nicht wahr?), wo wir die berühmten 红叶 (roten Herbstblätter) bestaunen wollten. Wir, das sind Lydia, Flo, Ciarra unsere Amerikanerin, Jung Na Won unsere Koreanerin und ich. Praktischerweise hält bei unserer Uni ein Bus, der direkt dorthin fährt, sodass uns die lästige Umsteigerei erspart blieb und wir alle nach und nach einen Sitzplatz ergattern konnten. Am香山 angekommen hielten wir natürlich sofort nach roten Blättern Ausschau, von denen wir aber leider noch nicht sehr viel entdecken konnten. Da waren wir wohl noch zu früh dran. Na eigentlich kein Wunder, dass keine roten Blätter auf den Bäumen sind, wenn die alle in den kleinen Geschäften auf der Straße vorm Berg als Souvenirs verkauft werden…Chinesen. Na einer kleinen Orientierungsphase nachdem wir im Park selbst angekommen waren, beschlossen wir erstmal nach Westen zu gehen, von dort aus war auf der Karte ein Weg nach oben eingezeichnet. An der Seilbahn mit der man auch nach oben hätte fahren können ging ich schweren Herzens vorbei, denn auf der Karte waren die roten Herbstblätter nun mal ganz im Westen eingezeichnet und dort gings nur zu Fuß nach oben. Nach ein bisschen Herumirren (warum schaffens Chinesen eigentlich nicht übersichtliche eindeutige Pläne zu zeichnen) fanden wir dann doch den Weg der hoch führte und nahmen die ersten Stufen nach oben noch gelassen hin - ich in der Hoffnung, dass die irgendwann in einen Trampelpfad münden würden, aber nein, ich vergaß wie sehr Chinesen doch Treppen lieben. Wahrscheinlich bauen die ihre befestigten Wege nur überall hin, dass sie auch wirklich fein herausgeputzt in ihren Stöckelschuhen und im Anzug auf den Berg gehen können...Chinesen. Als wir uns schon ein ganzes Stück hochgeschleppt hatten und für eine kleine Pause halt machten, drehten wir uns erstmal um und schauten in Richtung Beijing. Also die Aussicht war wirklich cool. Wir sahen den Sommerpalast und dahinter einen Teil Beijings. Dabei hatten wir echt Glück mit dem Wetter. Von Elisa, die einen Tag später dort war hörte ich, dass der Smog so sehr über der Stadt hing, dass man gar nichts von Beijing sehen konnte. Nach diesem kurzen Foto Stopp nahmen wir den nächsten Treppenabschnitt in Angriff. Die haben die doch tatsächlich bis zum Gipfel hoch gebaut. Vor dem letzten Abschnitt machten wir erschöpft wie wir waren noch mal ne kleine Pause für Fotos und vernaschten unsere Jausn, die hauptsächlich aus Süßigkeiten bestand, um dann frisch gestärkt den Gipfel zu erklimmen (hab ich schonmal erwähnt dass ich Stufen nicht mag). Oben angekommen stellte sich die Frage, ob man den Berghang rüber zur Seilbahnstation entlanggeht, oder einfach wieder umdreht und so runtergeht wie man gekommen ist. Nachdem die Seilbahnstation noch ein ganzes Stück weit entfernt war, noch höher lag und wir außerdem 60 RMB für die Fahr nach unten hätte zahlen müssen, entschieden wir uns lieber umzukehren.
Auf dem Weg nach unten fanden wir noch supi Fotomotive und hatten besonderen Spass mit dieser tollen Schildkröte und den zwei Sockeln, auf die wir uns mit vereinten Kräften hochkämpften. Wieder unten angekommen machten wir uns auf die Suche nach einer Busstation für den Bus 634. Gott sei Dank war unsere Koreanerin so klug einfach jemanden zu fragen, denn wer kommt schon auf die Idee, dass sich ne Busstation ohne irgendwelche Schilder mitten auf einem Zebrastreifen befindet??? Und mit mitten auf dem Zebrastreifen meine ich nicht am Straßenrand am Beginn oder Ende des Zebrastreifens, sondern tatsächlich in der Mitte der Straße mitten auf dem Zebrastreifen drauf. Nachdem wir uns dort mal hingestellt hatten bildete sich hinter uns tatsächlich auch ne Schlange und der Bus hielt auch wirklich vor unserer Nase an…Chinesen.
Die Heimfahrt verlief relativ ruhig, denn wir waren alle so ein bisschen kaputt. In der Nähe der Uni gingen wir dann noch in ein japanisches Restaurant essen, das unsere Koreanerin wohl schon kannte. Wir selbst hätten uns da wohl nie reingetraut. Wir wurden in einen kleinen niedrigen Raum geschoben, in dem die Tapete überall von den Wänden abging und die Löcher in den Wänden liebvoll mit Zeitungspapier abgedeckt waren. Ganz japanisch saßen wir dort auf dem Boden und erschraken anfangs noch jedes Mal wenn der Wind durch die Wände zog, das Zeitungspapier raschelte und was gegen die Wände schlug. Aber als das Essen gebracht wurde, waren wir alle wirklich positiv überrascht. Es war echt ein superleckeres Essen. Ganz feines Hühnerfleisch mit Käsefüllung und dieser leckeren Knusperhülle, diese tollen überzuckerten Erbsenhülsen, die man erst aufbiss und dann die Erbschen rauszuzelte, die tollen Nudeln...mmhmmm. Also dort werden wir von jetzt an wohl noch öfter vorbeischauen, noch dazu wo das Restaurant doch gleich um die Ecke ist. Recht lang blieben wir nach dem Essen nicht mehr sitzen, denn wir freuten uns alle schon auf unser kuschliges, warmes Bettchen.


















































































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